Bodenschatz-Saison

Julia Bodenschatz – aus der NRW-Talentschmiede auf die große Triathlonbühne

In der ersten Saisonhälfte des aktuellen Jahres lauteten die Renn-Stationen von Julia Bodenschatz bislang: Caorle, Kraichgau, Hammamet, Wels, Holten, Hannover und Nyon. Die Triathlonwelt der Studentin ist beginnend in 2026 eine vollkommen neue und fand mit der ersten internationalen Medaille bei der Studenten-WM einen ersten Höhepunkt im Elitebereich.

Bodenschatz-Saison

Goldmedaille bei der Triathlon Studenten-WM in Nyon als erster internationaler Erfolg

Im neunten Jahr ihrer Triathlonkarriere hörten die Orte der wichtigen Wettkämpfe von Julia Bodenschatz auf die – in Triathlonkreisen durchaus – klangvollen Namen: Roth, Forst, Halle, Ubstadt-Weiher (Kraichgau), Melilla. Die junge Dame von den SSF Bonn holte sich im DTU Triathlon Jugendcup Gesamtrang zwei in der Juniorinnenwertung, wurde Deutsche Vize-Meisterin und war eine Stütze des Frauen-Bundesliga-Teams. Bei den Junioren-Europameisterschaften in Melilla brach sie sich bei einem unverschuldeten Sturz auf dem Rad das Kahnbein und musste ihre vielversprechende Saison leider frühzeitig beenden. Das war 2025.

In der ersten Saisonhälfte des aktuellen Jahres lauteten die Stationen der Studentin der Sporthochschule Köln bislang: Caorle, Kraichgau, Hammamet, Wels, Holten, Hannover und Nyon. Die Triathlonwelt der Julia Bodenschatz ist eine vollkommen neue und fand mit der ersten internationalen Medaille einen ersten Höhepunkt im Elitebereich. Diese glänzte zudem gleich golden, da das „Bonner Mädche“ bei den FISU University World Triathlon Championships in der Mixed Relay als Starterin die Basis für den deutschen Sieg legte. Mit ihr siegreich waren Jan Scheffold (Sportunion Neckarsulm), Sophie Gießmann (Triathlon Team Thüringen) und Benedict Bettin (Team Berlin). Als beste Deutsche im WM-Einzelrennen hatte sich Bodenschatz den Platz in der Staffel erarbeitet, weil sie nach 1:02:37 Stunden „nur“ 40 Sekunden hinter der Siegerin Dominika Peszleg aus Ungarn als Zehnte die Ziellinie einer Sprintdistanz überlaufen hatte. 

„Das war der erste Einsatz für mich bei einer internationalen Meisterschaft in der Staffel, und mit dem ersten Platz und der goldenen Medaille hätte ich mir kein schöneres Debut wünschen können“, war die 20-Jährige selbstredend sehr zufrieden mit der Reise in die Schweiz (Nyon).

Europa- und Afrikacups für die ersten Erfahrungen im Seniorinnenbereich

Aber der Reihe nach: Bodenschatz zählt zum so genannten „NK2-Kader“ der DTU, in den Nachwuchstalente aus dem Juniorenbereich aufgenommen werden. „Das ist eine Art Zwischenstatus“, erklärt die Bonnerin. „In meinem ersten Jahr im Elite Bereich der Frauen habe ich das Ziel, bei Europa- und Afrikacups Erfahrungen und vor allem Punkte zu sammeln und mich für den DTU-Perspektivkader zu qualifizieren.“ Daher die 2026er-Reisen nach Italien, Tunesien, Österreich und die Niederlande. Parallel bleibt sie den SSF als Starterin treu. Somit sind die Ziele der Studenten-Weltmeisterin hochgesteckt. „Langfristig möchte ich mich im internationalen Feld etablieren und Top-Platzierungen erzielen.“

Doch der Weg ist erwartbar steinig, vor allem in so jungem Alter. Beim Europacup in Caorle lief vor allem der Radpart nicht sonderlich gut: Platz 40 – indes beim internationalen Debüt in der Elite. Am ersten Juniwochenende ging es dann nach Hammamet. In Nordafrika steht der erste Top Ten-Platz der internationalen Karriere von Julia Bodenschatz in den Ergebnislisten: Platz neun. Es folgte ein guter elfter Rang in Wels, wiederum ein Europacup-Rennen. Selbiges Niveau bedeutete der Start in Holten. In den Niederlanden war allerdings ein deutlich stärkeres Feld gemeldet, in dem sie sich als Zwölfte trotzdem behauptete, so dass Klemens Naber, Vize-Präsident des NRWTV für den Leistungssport und somit langjährig an der Triathlonentwicklung der nunmehr ehemaligen Kaderstarterin beteiligt, attestierte: „Nach dem ersten internationalen Start, wo eine so junge Athletin natürlich meganervös ist, hat sich Julia auf einem hohen Niveau stabilisiert. Ich denke, sie ist auf einem richtig guten Weg, was ja auch die Medaille bei der Studenten-WM unterstreicht. Das freut mich sehr und ist wirklich toll.“

Nationale Top-Resultate

Diese Einschätzung lässt sich auch auf die nationalen Auftritte übertragen. In den Bundesliga-Rennen im Kraichgau und am Steinhuder Meer war Bodenschatz eine Bonner Leistungsträgerin. Beim Staffelformat zum Bundesliga-Auftakt im Kraichgau übergab sie als Zweite und feierte letztlich mit der Mannschaft Rang drei. Am Steinhuder Meer holte sie mit der Mixed-Staffel den Vize-Mannschaftstitel. Teammitglied war ein gewisser Lasse Lührs. Der ist vermutlich kein schlechter Ansprechpartner zum Thema „Olympia“, konnte er Paris 2024 doch mit dem ewig währenden Beinamen „Olympiasieger“ verlassen. Im Einzel war sie Opfer eines Radsturzes, dem sie nicht ausweichen konnte. Rang 15 in der Gesamtwertung spricht dennoch Bände für das Talent der jungen Dame.

Weitere Punktejagd in Saisonhälfte zwei – Reisen gen Irland und Portugal

Besonders ist parallel zu den außergewöhnlichen Ergebnissen, dass die Bonnerin als NK2-Athletin die Reisen und die organisatorischen Notwendigkeiten für ihre Rennen eigenständig stemmt. „Die Reisen organisiere ich selber und versuche, wenn möglich, Reisegruppen mit anderen Athlet*innen zu initiieren. Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang der Sportstiftung NRW und dem NRWTV, beide unterstützen mich anhaltend.“ Ab und an ist Mutter Astrid mit vor Ort und fungiert als Betreuerin. 

Dies wird auch in der zweiten Saisonhälfte so sein, in die die Studentin nach einer kurzen Pause, wo sie unter anderem beim Wandern neue Kraft sammelte, gehen wird. Auf dem Plan stehen noch drei bis vier internationale Rennen, darunter Reisen nach Derry (Irland) und Coimbra (Portugal), in denen es gilt, weiter Punkte und Rennhärte zu sammeln. 

NRWTV sieht eine gute Perspektive für Julia Bodenschatz

„Ich denke, dass Julia mit ihrer Zielstrebigkeit, ihrem großen Kämpferherz und natürlich ihrem Talent ihre sportlichen Ziele erreichen kann“, schaut Naber auf seinen ehemaligen Schützling, die er jahrelang in ihrer Athletinnenreise beobachten konnte. Auch in diesem Jahr war Bodenschatz bei einem Trainingslager des NRWTV mit von der Partie, auf Mallorca als Betreuerin und Ansprechpartnerin der jungen Kadersportler*innen. „Zu Gute kommt ihr auch, dass sie eine starke Schwimmerin ist, was seit vielen Jahren unabdingbar für gute Resultate ist.“ 

Der NRWTV drückt die Daumen für eine weiterhin erfolgreiche Saison und weitere für den Rest auch (😊✌ 🥇).

Bodenschatz-Saison